Einleitung: Die Qual in der Ruhe
Die Polyneuropathie ist eine Erkrankung der feinen Nervenenden, die meist an den Füßen beginnt. Das Tückische dabei: Während man tagsüber durch Bewegung abgelenkt ist, flammen die Symptome – das Brennen, Kribbeln oder Stechen – in der nächtlichen Ruhe erst richtig auf. Wir sprechen hier vom "Burning Feet" Syndrom.
Warum der Schlaf flieht
Patienten mit Polyneuropathie finden nachts oft keine Position, die schmerzfrei ist. Die Decke auf den Füßen wird als unerträglich empfunden, die Füße fühlen sich heiß an oder "wie in Watte gepackt". Dies führt zu schweren Einschlafstörungen und einer massiven Fragmentierung des Schlafs. Oft wird die Polyneuropathie auch von einem Restless Legs Syndrom begleitet.
Diagnostik: Ursachenforschung
Polyneuropathie ist oft eine Folge anderer Erkrankungen. In unserer spezialisierten Sprechstunde suchen wir nach den Auslösern:
- Stoffwechsel: Ist ein Diabetes mellitus optimal eingestellt?
- Mangelerscheinungen: Fehlen wichtige Vitamine (z.B. B12)?
- Toxische Einflüsse: Gab es Medikamente oder andere Substanzen, die die Nerven geschädigt haben?
Therapie: Endlich schmerzfrei schlafen
Klassische Schmerzmittel helfen bei Nervenschmerzen oft nur wenig. Wir nutzen moderne neurologische Ansätze:
1. Gezielte Nervenberuhigung
Spezielle Medikamente (Co-Analgetika) modulieren die Schmerzschwelle der Nerven. Sie helfen nicht nur gegen das Brennen, sondern fördern oft auch einen tieferen Schlaf.
2. Nicht-medikamentöse Hilfe
Von kühlenden Anwendungen bis hin zu speziellen "Bettbögen", die den Druck der Bettdecke von den empfindlichen Zehen nehmen – kleine Maßnahmen mit großer Wirkung.
Zusammenfassung
Die Polyneuropathie muss Ihnen nicht den Schlaf rauben. Durch die richtige Kombination aus Ursachenbekämpfung und moderner Schmerztherapie können wir das Brennen lindern und Ihre Nächte wieder zu einer Zeit der Erholung machen.


