Einleitung: Das Gehirn unter Spannung
Schlaf und Epilepsie stehen in einer engen Wechselwirkung. Bestimmte Phasen des Schlafs können die Bereitschaft für epileptische Anfälle entweder dämpfen oder massiv verstärken. Besonders herausfordernd sind Anfälle, die ausschließlich nachts auftreten – oft unbemerkt oder fehlinterpretiert als Albtraum oder Schlafwandeln.
Anfälle oder Parasomnie?
Die Unterscheidung zwischen einem gutartigen Schlafwandeln und einem nächtlichen epileptischen Anfall ist "Schlafmedizin pur". Epileptische Anfälle sind oft kürzer, treten mehrmals pro Nacht in Clustern auf und zeigen sehr stereotype (immer gleiche) Bewegungsmuster. Die Abgrenzung ist entscheidend für die richtige Behandlung.
Diagnostik: Wir fassen das Unsichtbare
Wie diagnostiziert man etwas, das passiert, während Sie schlafen? Der Goldstandard ist die Video-EEG-Polysomnographie. Hierbei zeichnen wir Ihre Hirnströme und Videoaufnahmen synchron auf. Nur so können wir zweifelsfrei klären, ob eine abnormale elektrische Entladung im Gehirn vorliegt oder ob es sich um eine Bewegungsstörung handelt.
Schlafentzug als Trigger
Für Patienten mit Epilepsie ist Schlafmangel der stärkste Auslöser für Anfälle. Ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus ist daher bei der Epilepsiebehandlung nicht nur eine Empfehlung, sondern ein wichtiger Teil der Therapie ("Schlafhygiene als Medizin").
Prävention und Therapie
Mit der richtigen medikamentösen Einstellung lassen sich nächtliche Anfälle meist sehr gut unterdrücken.
Zusammenfassung
Nächtliche Epilepsie ist gut behandelbar, wenn sie erst einmal erkannt ist. Durch unsere hochspezialisierte Diagnostik im Schlaflabor schaffen wir Klarheit, nehmen Ihnen die Sorge vor dem Unbekannten und geben Ihnen Ihre nächtliche Sicherheit zurück.


